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Ginkgos in Meißen


Das Besondere am Ginkgo-Baum
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Ich möchte an dieser Stelle ein Zeichen setzen zum Gedenken an Herrn Dr. Erasmus Hultzsch (+ 1998). Er hat hier überall die Ginkgobäume vermessen (Höhe und Stammumfang), auch in Meißen. Ab 1981 fanden sich Ginkgo- Forscher im Kulturbund zusammen, und Hultzsch war der absolute Fachmann für Ginkgo-Kultur. Als ich ihn 1982 in Jena besuchte, sagte seine Frau zu mir: " Sie ginkgen also auch ." Mit diesem Verb hat sie wunderbar eine Ginkgo- Verbundenheit zum Ausdruck gebracht. Das gibt es auch als Substantiv, man ist ein Ginkge (singular) und gehört zu den Ginkgen (plural).

Uwe Klingenberg, Meißen


Das Besondere am Ginkgo-Baum

Vor vielen Millionen Jahren gab es auf der Erdnordhalbkugel, also auch hier, überall Ginkgos (Fossilien in Jura, Kreide, Terziär). Nur in einem kleinen Gebiet im Südosten Chinas haben einige Ginkgos die Eiszeit überlebt. Dort gibt es heute noch ca. 6300 wild wachsende Ginkgo-Bäume, das letzte natürliche Vorkommen.

Buddhistische Mönche kultivierten den Ginkgo, sie verbreiteten ihn als heiligen Baum in Tempelgärten Chinas, Koreas und Japans.

1691 sah der deutsche Arzt und Reisende Engelbert Kaempfer aus Lemgo solche Tempelbäume in Japan. Seine botanischen Beobachtungen beschrieb er in dem Buch "Amoenitates Exoticae", Lemgo 1712.

Daraufhin wurde der Ginkgo Mitte des 18.Jahrhunderts in Europa als neuartiger Park-Baum eingeführt, zuerst in Holland, dann auch in England usw. Es paßte zur damaligen Mode an den europäischen Fürstenhöfen, Pflanzen und Bäume ferner Länder in den Schloßgärten und Parks anzupflanzen.

Die Einordnung in das Pflanzensystem und botanische Namensgebung "Ginkgo biloba" erfolgte durch Karl von Linné im Jahre 1771. Dabei fixierte er einen Druck- oder Lesefehler, es müßte eigentlich Ginkyo heißen.

Ginkgo gehört zur Pflanzenfamilie der Nacktsamer, zu denen hier sonst nur die Nadelbäume gehören. Der Ginkgo aber erscheint wie ein Laubbaum, er wirft im Herbst nach sehr schöner Gelbfärbung seine Blätter ab. Der Ginkgo ist zweihäusig, das heißt es gibt weibliche und männliche Ginkgo-Bäume. In vielen Botanischen Gärten (auch in Jena) gibt es männliche Ginkgos mit aufgepfropftem weiblichen Ast.

Ginkgos Fortpflanzung ist sehr urtümlich, er hat frei bewegliche männliche Keimzellen wie bei den Farnen. Entwicklungsgeschichtlich ist Ginkgo zwischen den Farnen und den Koniferen einzuordnen. 1859 prägte Charles Darwin für den Ginkgo die Bezeichnung "Lebendes Fossil".

Auch Goethe war beeindruckt von der Schönheit und Fremdartigkeit des Baumes. Im September 1815 schrieb er für Marianne von Willemer ein Gedicht über das Ginkgo-Blatt (Fühlst Du nicht an meinen Liedern, Daß ich eins und doppelt bin?) und spazierte mit ihr im Heidelberger Schloßpark (Ginkgo!). Das Gedicht wurde später veröffentlicht in Goethes Alterswerk "Westöstlicher Diwan, Buch Suleika".

Ginkgos werden sehr alt, in Ostasien gibt es viele Ginkgo-Bäume, die weit über 1000 Jahre alt sind, einige über 3000 Jahre. In Europa wurden die Ginkgos erst vor reichlich 200 Jahren eingeführt, da kann keiner älter sein. Die ältesten Bäume stehen in Utrecht /Niederlande (1730), Geetbets /Belgien (1730), Kew /England (1762), Wien (1770), Montpellier /Frankreich (1778), Leiden /Niederlande (1785) ...
In Deutschland sind an folgenden Orten alte Ginkgos zu finden: Schloßpark Wilhelmshöhe in Kassel (1781), Harbke in Sachsen-Anhalt (1782), Jena (1792), Schloßpark Dyck in Jüchen bei Düsseldorf (ca. 1800), Weimar (1813), Schloßhof Goseck an der Saale bei Naumburg (1840), Humboldt-Universität Berlin (1870), Greifswald (1883), Speyer (1884) ...
1784 kam der erste Ginkgo in die USA, in einen Garten bei Philadelphia.

Der Ginkgo-Baum ist sehr robust, wächst aber langsam. Berühmt wurde ein Ginkgo, der in Hiroshima nach der Ami-Atombombe wieder neu austrieb, aus einem schwarz verkohlten Baumstumpf. Der Ginkgo gedeiht auch als Straßenbaum gut.

Heutzutage wird Ginkgo-Extrakt als Arzenei angeboten und soll für alles mögliche gut sein. Für die Pharma-Industrie gibt es riesige Ginkgo-Plantagen, z.B. in Sumter, South Carolina USA, mit Millionen von kleingehaltenen Ginkgos.


Ginkgos im Stadtgebiet von D-01662 Meißen


Ehemalige Ginkgo-Standorte im Gebiet Meißen

Meißen, Park-Anlage gegenüber vom Bahnhof, dort stand ein Ginkgo-Baum neben dem Kulturhaus Max Dietel (ehem. Kaisergarten), 1997 bei dessen Abriß beseitigt

Meißen, Ginkgo neben dem Haus Marienhofstraße 16, Ecke Kapellenweg, seit einigen Jahren nicht mehr da

Meißen: Es wird erzählt, daß vor dem Gasthof "Drei Rosen" zwei Ginkgos gestanden hätten (vielleicht bis 1945). Anfang der 1950er Jahre stand dort ein kleiner Ginkgo, ca. 4 m hoch.

Meißen: Der Heimatforscher A.Klengel berichtete 1921 über einen Ginkgo: "... ein stark gestutztes Stück in dem Vorgarten der Villa Ecke Großenhainer Straße - Tonberg neben dem Stadthause unmittelbar am Zaune ..."

Meißen: Am Parkrestaurant sind heute noch zwei Ginkgos, aber es gab einen dritten. Der ist schon als kleiner Baum verschwunden.


Ginkgos in der Umgebung von Meißen


Ginkgo-Querverweise

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"The Ginkgo Pages" von Cor Kwant, Niederlande (deutsch)
"Ginkgo biloba, Baum des Jahrtausends, Ein Mahnmal für Frieden und Umweltschutz", vom Kuratorium Baum des Jahres
Ginkgo-Museum Weimar, von Heinrich Georg Becker
Ginkgo-Broschüre, sehr ausführlich, gut gegliedert und bebildert
Ginkgo folium - Ginkgoblätter, von der Uni Greifswald
"Der Ginkgo-Baum, ein Unikum mit Vergangenheit", von Prof. Jung, München
"Lebende Fossilien - Ginkgobaum", von Bodo Manitz, Berlin
Ginkgo Garden, von Eddy F. Mueller, Lüdenscheid, Musiker
"Der Ginkgobaum", Bio-Projektarbeit unter Betreuung von Hansjörg Groenert, Studienseminar Koblenz
Ginkgo-Seite vom Gymnasium Goetheschule Hannover
"Ginkgo biloba - The maidenhair tree", von Brian Chandler, Japan (englisch, mit Bildern)
"Ginkgo biloba", von Dominique Mouchel, Frankreich (englisch, mit Bildern)
Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Bistum Dresden-Meißen, Ginkgo-Blatt als Logo, eigenes Ginkgo-Gedicht
Gartenlinksammlung - Ginkgo


Ginkgo-Informationen sind stets willkommen, E-Mail-Adresse: U.Klingenberg@web.de

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